Tag 6, alle Schotten auf in Schottland!

Sonnabend, 20. Mai
Glas dhoire – bei “Druim na h-ata” (ca. 25 Kilometer)
Wetterbericht gestern lies nichts gutes erwarten, und es fängt Nachts an sich einzuregnen, als ich morgens wach werde, regnet es offenbar schon länger, ein kurzer Blick auf den Wetterbericht verspricht in einer Weile ne Regenpause, also dreh ich mich nochmal um. Die Regenpause lässt aber auf sich warten, oder is woanders, bei mir ist jedenfalls Frühstück angesagt, und dann zusammenpacken im Regen, so hab ich mir das aber nicht vorgestellt!
um 10 ist dann Aufbruch, recht spät für heute, aber dann komm ich spät genug an um nach dem Regen aufbauen zu können, hoff ich. Wo es genau hingeht weiß ich allerdings noch nicht, Diese Etappe ist zum Zelten nicht so gut, da es kaum Möglichkeiten gibt.
Zur Etappe selber gibt es nicht viel zu sagen, der Regen verleidet einem alles, der erste Teil geht noch durch einen schönen Kaledonischen Pinienwald (im Regen), dann ist eine Weile Straße laufen angesagt (im Regen), hier wurden die Landungstruppen, im 2. Weltkrieg, der Briten trainiert und dann ne ganze Weile wieder am Kanal lang (im, na ihr ahnt es schon, Regen).
Es hat den ganzen Tag vielleicht 10 minuten nicht geregnet, also habe ich quasi keine Pause gemacht, einmal wollt ich mich unterstellen, (gibt nur Bäume zum unterstellen) als es besonders heftig geplättert hat, aber bald is mir kalt geworden vom rumstehen, also weiter.
Wie ein begossener Pudel weiter durch den schottischen Regen, deswegen fahren viele wohl lieber in den Süden =D
Naja immerhin hab ich ne Zeltstelle gefunden die nicht direkt am Kanal ist, und halbwegs schön, mal sehen ob es irgendwann aufhört mit Regnen ^^
Das alles ist Heute über mich drüber gezogen
Nasse Grüße aus Schottland euer Freischwimmer-Bresh
PS: Gälische Wörter sehen seltsam aus^^

Tag 7 Wenn ein Weg endet, Beginnt ein neuer

Sonntag 21. Mai
bei “Druim na h-ata” – Glen Nevis Campsite (ca. 15 Kilometer)
Nachdem es Gestern Tatsächlich immer wieder geregnet hat und kaum mal bissi länger trocken war, hatte ich im Zelt gekocht, das und das Regenwetter sorgten dann natürlich für viel Feuchtigkeit im Zelt heute morgen. Und dann is schon wieder Dauerregen angesagt..
Na Toll! aber gut nach dem Frühstück sieht die Welt schon besser aus, und der Versproche Regen hat noch nicht eingesetzt, also entschließ ich mich nicht länger zu warten und breche auf.
Nicht Lange und ich erreiche “Neptunes Stairway” eine vielteilige Schleusenanlage die 20 Meter überwindet, und kurz danach endet dieser am Meer.

Der Great Glenn Way geht allerdings noch mit einigen Schnörkeln an der Bucht entlang durch einen Ort richtung Fort Williams, da ist dann eine Brücke gesperrt, was einen Umweg zur nächsten bedeutet.
Doch alles das hindert mich nicht dran die letzten Meter zu gehen und keine Ahnung 200 Meter vor dem ende des GGW die Mc Donalds Filliale aufzusuchen, frisch gestärkt ist der Rest ein Kinderspiel!

Dann gehts durch die Fußgängerzone zum Endpunkt des Westhighland Ways, welcher für mich den Start markiert.
Da hier alle Länden auch Sonntags offen haben, entschließ ich mich meine verlorene Jacke noch schnell zu ersetzen und nen Raincover für den Rucksack zu kaufen. Weiterhin kauf ich Proviant für die nächsten Tage und bin damit mit allem Fertig was ich hier wollte, auf zum Campsite!
Der Ben Nevis begleitet heute schon den ganzen Tag meinen Weg, und nun laufe ich zu seinen Füßen die ersten WHW Kilometer dem Ruhetag entgegen.
meine Anfängliche begeisterung ihn zu besteigen geht mittlerweile gegen Null, nach 130 Kilometer tut ein Tag Pause zu gut!
Naja als ich den Campsite erreiche hört es dann auch mit Regnen auf, schön.
Also Zelt aufbauen und Pause!
Gruß euer Halbzeit-Bresh

Zusammenfassung Great Glen Way

Nachdem ich nun von Inverness nach Fort William gelaufen bin, möchte ich den Great Glen Way kurz zusammen fassen.
Offiziell ist der GGW 127 Kilometer lang und klar in zwei Abschnitte zu unterteilen. Der (für mich) erste zwischen Inverness und Fort Augustus ist 70 Kilometer lang und führt auf Höhenzügen entlang des Loch Ness, der zweite Abschnitt ist etwas Kürzer und führte mich hauptsächlich auf Forststraßen entlang des Tals von Fort Augustus nach Fort William.
Schöner ist auf jeden Fall der erste Abschnitt gewesen, den ich jeweils über die High Route ging.
Insgesammt kommt man eigentlich jeden Tag durch eine Siedlung mit Shop. Campspots sind nicht immer einfach zu finden, hier möchte ich den Campsite vom ersten Tag erwähnen welcher die lange Etappe von Inverness nach Drumnadrochit weitestgehend in der Mitte teilt.
Zwischen Fort Augustus und Fort William gibt es keine Läden ohne größere Umwege, hier habe ich sogar einmal Wasser aus dem Kanal entnehmen müssen (Micropur war mein Freund).
Ansonsten kann ich euch den ersten Teil wirklich nur ans Herz legen (Zum Beispiel falls man nach dem West Highland Way noch 2-3 Reservetage übrig hat)
Grüße eurer Pause-Bresh
Wanderwegweiser
Blick zurück nach Inverness

Panoramablick über Loch Ness
Ben Nevis

Tag 8, in der Ruhe liegt die Kraft!

Ruhetag 
(fast) 0 Kilometer
Nachdem es gestern doch recht ergiebig geregnet hatte, beginnt der Tag heute vielversprechend. leicht Bewölkt bis Heiter, schön.. da kann endlich mal das Zeug trocknen was seit Tagen vor sich hin muckert.
Geduscht bin ich auch.. schön!
Heute ist nicht viel los, das Ben Nevis Besucherzentrum wird aufgesucht, kurz spiel ich auch mit dem Gedanken hoch zu gehen, aber Nachmittag ist wieder Regen angesagt.
So schreib ich Karten und versuche soviele Kalorien in mich reinzupressen wie ich kann, bis der Regen einsetzt. Dann kommt der langweilige Part des Tages, abwettern. Das kann ich ganz gut, in ner Regenpause gehts dann wieder in die Schänke, Nachts solls auföhren mit Regen!
Morgen gehts wieder weiter, dann auf dem West Highland Way nach Süden, da is der Empfang dann wieder schlechter, also keine Sorge wenn ne Weile nichts kommt 😉
Fish & Chips (gestern)
Chickenburger (heute)
Grüße euer gut genährter Bresh

Tag 9, gegen den Strom

Dienstag, 23. Mai
Glenn Nevis Campsite – Campsite Blackwater ( ca. 21 Kilometer)
Alles ist irgendwann mal vorbei, auch ein Ruhetag 😉
Ich bin heut zwar zeitig wach, muss aber warten bis der Shop öffnet um meine Stromkabel abzugeben und meinen Pfand wieder zu bekommen, dabei will ich auch gleich Frühstücksbrötchen holen.
Also lieg ich noch ne weile rum und tu ausspannen, und begin dann irgendwann mit abbauen.
Nach dem ich den Pfand zurück und das Frühstück im Bauch hab gehts los, der Plan heute: Bis hinter Kinlochleven laufen um die lange Etappe morgen bissi abzukürzen, allerdings solls Nachmittags zu regnen anfangen, also mal sehn wie weit ichs schaffe.
Zumindest aus dem Glen Nevis bin ich bald raus, und mich erwartet dahinter erstmal ein trauriges Bild. Hier hat ein Sturm gewütet und den Wald verwüstet, die Forstarbeiter sind schon Fleißig am “aufräumen”.

So viel toter und abgeholzter Wald.. das geht schon bissi auf die Stimmung.
Doch der Weg geht weiter an einem Pass entlang und über ihn hinweg, der schon sehr lange genutzt wird, wie einige Schautafeln zeigen.
Langsam setzt auch ein unglaublicher Strom von West Highland Way Wanderern ein die mir entgegen kommen (bin scheinbar der einzige der ihn von Nord nach Süd geht). Man merkt es beim Wandern wohl nicht mal wieviele mit einem gehen, wenn alle in die selbe Richtung laufen, aber ich sehe sie alle =D
Nach dem ich fast einen trockenen Mund vom vielen Grüßen habe, sind die meisten dann durch und es kommen nur noch vereinzelt Wanderer entgegen.
Es waren wohl 99% Leute mit Tagesgepäck, viele Leute mit Zelt oder großen Rucksäcken sind mir nicht aufgefallen.
Die Landschaft gefällt mir auch immer mehr, schön ists!

Allein die vielen Schafe irritieren mich, kaum eine halbe Stunde laufen ohne direkt an welchen vorbei zu gehen..
Oberflächenwasser ist durch die einhergehenden Verunreinigungen daher nur dann zu nehmen wenns ni anders geht, und dann zu Filtern und zu Chloren ^^
Naja schlepp ich das Zeug wenigstens ni umsonst mit mir rum.
Irgendwann komm ich dann über den eigentlichen Pass, und dann gibts nochmal eine schöne Aussicht, bevor es wieder runter geht, nach Kinlochleven.

Auf den Weg dorthin unterhalte ich mich mit einer Wanderin die mein Zielgebiet als ungeeignet zum zelten einordnet, die Talsperre für das Pumpspeicherpraftwerk hier ist wohl nicht sehr Zeltfreundlich und hat zu allen Seiten steile Hänge.
Nagut erstmal nach Kinlochleven rein, dann sehe ich weiter. Kaum hab ich mich auf eine Bank gesetzt um Pause zu machen fängts an zu Regnen, 1,5 Stunden eher als es Heute morgen hieß, menno..
Da ich keine Lust auf Wandern im Regen verspüre und auch schon recht Knülle bin, mach ich Schluss für heute, damit wartet morgen aber ein längerer Tag auf mich. Ich habe gelesen das demnächst ein 15 Kilometer Stück gibt wo man nicht Zelten darf.. das kommt aber erst in 14 Kilometern..
Naja, we will see!
(In meiner Karte is da kein Hinweis zu)
Grüße euer Gegen den Strom Bresh

Tag 10, zwei in einem

Mittwoch, 24. Mai
Kinlochleven – Inveroan (ca. 29 Kilometer)
Ich werde heute ein wenig später wach, und muss feststellen das die angesagte Wetterbesserung sich offensichtlich verspätet. Wie dem auch sei, heut wirds recht lang, also steh ich auf und bereite die Abreise vor, beim Frühstücken unterhalte ich mich noch mit einem wirklich nettem Pärchen aus Holland und einer sympatischen jungen Finnin, wir haben bisschen was zum lachen und die Holländer verraten mir das sie nichts von nem Campverbot mitbekommen haben, sie sind den Teil aber regulär in 2 Tagen gegangen.
Ich verabschiede mich und los gehts, auf in die Wolken! (so tief wie die hängen is das ni schwer) und nach kurzer Zeit hörts immerhin zu regnen auf.
Der Bereich um die Talsperre, eignet sich sehr wohl zum zelten wie ich sehe, selbst größere Zelte hätten Platz, aber egal mit einsetzendem Regen gestern wollt ich eh nicht mehr weiter. Und das Wifi wars alle mal Wert!
die Aussicht hier is aber auch echt nicht besonders, bin in ner Wolke halt..

liegt vielleicht am Wetter?
Schade drum, das sieht hier sicher toll aus, aber nennenswerte Aussichten bleiben mir verwehrt, auch auf dem Pass über Devils Staircase keine Sicht.. dabei is das der Höchste Punkt Schottlands den ich bisher, und auch bis auf weiteres betreten habe bzw haben werde. ca. 550 Meter über dem Meer, bei ca 25 bin ich heute morgen los.

Fahrräder den Berg hochzutragen scheint “In” zu sein

Gipfelfoto, mit Aussicht!
Auf dem Weg runter, der recht steil ist aber immerhin in Serpentinen geführt, kommen mir noch Radfahrer entgegen die ihr Gefährt hier hochtragen, na da kann ich mir echt spaßigeres vorstellen!
Unten angekommen habe ich das erste mal Sicht, und sogar die erste Sitzbank des WHW für mich! also Pause!
Nun gehts wenig erquickend an ner Fernstraße lang bis zum Kingshouse Hostel, hier würde theoretisch die Etappe enden, aber es is erst mittag und die Beine wollen weiter, also gibts hier nur was zum aufwärmen und weiter gehts.
Unweit ist das Glencoe Mountain Center neben dem ich über einen Sattel is nächste Tal gelange, und ich stelle fest, die Wolken tun sich auf, Sonne, gefühlt das erstemal seit Wochen. Also kurz umdisponiert und noch eine Pause eingebaut.
Hallo kleiner Freund

Gut erholt und Trocken gehts weiter. In das Tal des Flusses Bá, hier wollte ich ursprünglich Zelten. Bisher kam auch kein Schild was das verbieten würde.
Am See, “Lochan Mhic Pheadair Ruaidhe” (wortwörtliche Übersetzung: See Sohn Peter Eichhörnchen) isses aber nicht so zum Zelten geeignet wie gedacht, und die Beine wollen immernoch laufen. Und das Obwohl es seit dem Mounten Center auf einer alten Handelsstraße langeht die einem ne ordentliche Fußmassage verpasst, immerhin bleiben so die Füße trocken!
Das Wetter mach da Weiter wo es am vormittag aufgehört hatte und beständiger Niesel setzt erneut ein.
Doch nicht mehr lange und die alte Handelsstraße (von 1804 wie ich lesen darf) endet an einer Asphaltpiste der ich noch bis zur Brücke vor dem Inveroan Hotel folge, hier ist der Zeltplatz für heute, und 29 Kilometer reichen dann auch meinen Beinen 😉
Das Zelt steht flott, und Wasser filter ich mir auch noch schnell, dann is Feierabend für heute, nur noch Abendbrot und ab zu Sack!
Gruß euer Bresh (wieder mal total durchgeweicht und nach totem Tier stinkend)

Tag 11, Herrentagswetter!

Donnerstag, 25. Mai
Inveroan – Auchtertyre (ca. 19 Kilometer)
Heute bin ich wieder etwas zeitiger wach, und lieg noch bissi faul rum. Der Tag gestern hat auch keine Spuren hinterlassen, super!

Irgendwann steig ich aus dem Zelt, und Wow!!! Ich kann das blau des Himmels sehn!
Etwas schüchtern zwar, aber es ist da! Bei Frühstück und Abbau des Zeltes werd ich dann ziemlich von Midges genervt (die Bisstellen jucken zum Glück nicht). Also nicht stehen bleiben ist die Devise!
Bald gehts los, über einen Hang der nochmal einen tollen Blick zurück ermöglicht, und dann runter ins Tal. Dort gibts einen Ort namens Bridge of Orchy, an eben jener, dort ist erstmal Pause, und ab da kommt die Sonne wirklich raus!

Soviel vorneweg, für den Rest des Tages lauf ich in der Sonne, und hol mir sogar einen leichten Sonnenbrand.
Endlich bieten sich mir Aussichten, getrübt wird das Bild nur von der Fernverkehrsstraße die immer in Sicht- und Hörweite ist. Und der Weg ist mir bissi zu offensichtlich (wieder die alte Handelsstraße). Aber dennoch ein superschönes Stückchen Erde hier!

In diesem Teich liegt laut legende ein Schwert aus dem Mittelalter

Nicht mehr lange und ich komme durch Tyndrum, da kauf ich essen für die nächsten Tage, und suche Notgedrungen die öffentlichen Toiletten auf (die erinnern mich an den Film Trainspotting).
Nach dieser Episode gehts nur nur noch bissi weiter nach Auchtertyre, das ist ein Bauernhof mit Zeltplatz uuuund WiFi!
Auch so ist er ganz hübsch und die Aussicht ist toll!
Hier bleib ich heute!

ohne Polfilter
mit Polfilter, was das ausmacht!

Herrentagsgruß euer Ingwerbier-Bresh (würgsmilie)

Tag 12, Sommertag die zweite

Freitag, 26. Mai
Auchtertyre – Doune (ca. 20 Kilometer)
Nachdem mir in der Nacht aufgefallen ist, das es in Schottland um diese Jahreszeit nie wirklich dunkel wird, und somit aus den Sternenfotos nix wird (hätte man vorher auch mal googlen können), bin ich heute morgen etwas später wach. Ich plauder noch ein wenig, bau ab und bin heute erst nach 9 unterwegs!
Der Weg geht zuerst an einem verlassenen Örtchen und der verfallenen Kirche vorbei, und dann erstmal in den Wald.
Dort ist es zwar schön, aber die hohe Luftfeuchtigkeit verbunden mit den Höhenmetern bringen mich gehörig ins schwitzen!
Nach einer Pause, kann ich auf einem Höhenzug dann endlich meiner geliebten Fernstraße wieder folgen, und diese dann irgendwann durch einen Tunnel queren, der folgende Fußgängertunnel unter der Eisenbahnstrecke ist ein Witz, der ist nicht mal anderndhalb Meter niedrig und einen Meter schmal.
Sah bestimmt witzig aus wie ich im Entengang da durch bin, zum Glück hab ich den großen Rucksack nicht dabei!
Dann komm ich fürs erste aus der Sonne raus, und folge einem idyllischen Flüsschen, dort treff ich eine Kollegin meiner Schwägerin (mal sehn ob der Gruß ankommt) und wenig später kommt der ideale Rastplatz.
Nach der schönen Pause gehts dann wieder in die pralle Sonne, ich glaube, alles Sonnencreme nachschmieren zum trotz, heute bekomme ich den Sonnenbrand meines Lebens^^
Nach dem ich dann eine landschaftlich sehr schöne Alternativroute, inklusive  querfeldein laufen durch hüfthohen Farn, hinter mir habe, erreiche ich einen Zeltplatz mit angeschlossener Schankstube. Sehr gut!
2 kalte Getränke und n Eis genehmige ich mir da, und außerdem treff ich drei Leipziger mit denen ich mich noch ein wenig unterhalte.
Nach bald einer Stunde fühle ich mich fit genug für die letzten Kilometer durch die Sonne (meine Uhr sagt nach der Pause das es 28 °C auf dem schattigen Tisch hatte).
Nach wenigen Minuten bereue ich das ich aufgebrochen bin und placke mich den unglaublich gut durchtemperierten Anstieg hoch. Auf der Ebene oben ist ein Hochmoor, mit meinen ersten schottischen Bohlenwegen!
Die sind zwar echt nur kurz, aber immerhin.. kein Urlaub ohne Bohlenwege!
Dann bekomm ich Loch Lomond zum ersten mal zu sehen. Wow! Was ne schöne Aussicht hier!
Nach dem Abstieg seh ich das die ersten tollen Zeltplätze am See schon belegt sind, und finde bei den Ruinen vor der Bothy (Schutzhütte) Doune einen schönen Stellplatz für mich.
Kurzentschlossen gehts auch direkt nochmal in den See, und dann lass ich mich trocken und bau auf.
Heut wars zwar ganz schön warm, aber an und für sich echt schön, und der Sonnenbrand ist auch nicht so schlimm wie befürchtet 😉
Grüße euer Rothaut-Bresh!
PS: Eigentlich habe ich geplant morgen einen kurzen Tag und übermorgen einen Ruhetag einzulegen (dannach dann 2 “normale” Tage), aber ich überlege grad ob ich den streiche und in 4 kurzen Tagen nach Milngavie zu gehen.. mal sehen was das Wetter übermorgen sagt 😉

Tag 13, in der Kürze liegt die Würze

Sonnabend, 27. Mai
Doune – Rowcoish (ca. 10 Kilometer)
Man war das ne Nacht! Nachdem ich festgestellt habe das die Zeckensaison losgeht (da waren dutzende!), und ich mich komplett mit Smidge eingerieben habe, konnt ich halbwegs beruhigt zu Sack gehen. Gegen elf werde ich das erstemal wach, irgendein scheppern weckt mich gefolgt von, mh.. wirklich.. ja gefolgt von Techno-“Musik” oO..
Da hat grad nen Kahn aufgesetzt mit Leuten die hier offenbar feiern wollen, also gut 200 Meter weiter.. Na klasse!
Ich kann dennoch wieder einschlafen und werde gegen halb zwei nochmals wach als ich so ein zischen vernehme, klingt wie ein drohender Schwan denk ich.. dann knallts! Peng!!! Feuerwerk! Echt jetz? Ich liege mitten in einem Naturschutzgebiet und werde von Feuerwerk in meiner unmittelbaren Nähe geweckt? Die Partypeople in ihrem Bötchen habens echt drauf denk ich mir. Nachdem ich mir aber ausgemalt habe wie eine Diskussion, um halb 2, mit betrunkenen Jungendlichen verlaufen wird, entschließ ich mich liegen zu bleiben, zumal sie mich offenbar auch nicht bemerkt zu haben scheinen.
Heut morgen werd ich dann nicht ganz so Zeitig wach, warum nur..
Nach der Zeckengeschichte gestern, entschließe ich mich Schlafsack und co schnell im Innenzelt zu verpacken, und den Rest ans (steinige) Ufer zu bringen, dort gibts dann auch Frühstück. Bei den Partypeople bleibts bis zum Aufbruch ruhig, wen wunderts..
Kurz nach dem Start gehts schön durch den Wald und die schwüle plus das auf und ab lassen mich gut anschwitzen. Dann wird es steiniger, anstrengender, für ein bis zwei Kilometer kann man fast meinen ich wär am Rogen, einmal muss ich sogar die Hände zu Hilfe nehmen und fast schon klettern =D
Aber die Passage ist recht kurz, der Rest ist dann bis auf ein Wenig auf und ab bequem zu laufen. Kurz vor Inversnaid treff ich die Leipziger wieder, welche grad den Aufbruch angehen wollen, und wenig später mach ich Rast an einem Hotel, dort gibts Cola und (instabiles) Wifi, beides wird ausgiebig genutz. Die Leipziger stärken sich auch dort, und nach einer ausgedehnten Pause gehts weiter, für mich nur bis zur Bothy Rowcoish, auf dem Weg dahin ergatter ich noch ne Banane, die ich, völlig Nass geschwitzt wie ich bin, direkt an der Bothy verzehre! In der Hütte riechts mir zu sehr nach Hikerdünsten also zieh ich runter ans Wasser und bau das Zelt auf. Als es zum Nachmittag anfängt mit regnen, lieg ich längst im trockenen, für die nächsten Tage sollte der Spuk mit der Hitze durch sein und viel Regen ist auch nicht angesagt.
Ich hab keine große Lust auf nen Ruhetag, also werde ich die verbliebenen Kilometer auf drei Tage aufteilen, und eben drei kurze Wandertage an den Schluss hängen =)
Abgesehen davon habe ich noch eine interessante Gepäcktransportvariante gesehen. Neben Tagesrucksäcken und Transport durch ne Firma, und dem selber schleppen, gibts noch die Pärchenvariante, sie mit nem 10 Liter Handtäschchen auf dem Rücken und er mit nem 70 Liter Ungetüm =D
Scheinen immer Franzosen zu sein, komische Sitten haben die dort!
Grüße euer Partymuffel-Bresh
Morgenstimmung
Dem gefiel die Party wohl auch nicht
Bothy Doune

Tag 14, voran!

Sonntag, 28. Mai
Rowcoish – Milarrochy (16 Kilometer)
Die Nacht habe ich richtig gut geschlafen! Der Zeltplatz hat mir sehr gefallen, am Osthang des Ben Lomond, im Wald, ist es bei der Bewölkung der Nacht sogar schön Dunkel geworden! So viel hab ich an keinem Tag bisher geschlafen.
Entsprechend ausgeruht bin ich dann gegen sieben aufgestanden, und war nach acht abmarschbereit.

Zu begin gings nochmal schön auf und ab direkt am Uferhang entlang, bis man dann in die “Wildzeltverbotszone” kommt. Ab hier ist Naherholungsgebiet, die Parkplätze für Tagesausflügler reihen sich aneinander. Einzig das Ausflugslokal in dem ich meine Pause machen wollte hat noch zu, schade.. aber wenn sie mein Geld nicht wollen.. seis drum, weiter gehts, wenig später kommt eine Bucht an der man halbwegs sitzen kann, und die Sonne kommt auch raus.
Also Zeit für ne Pause, gibt aber nichts zu sehen und wirklich bequem ist es auch nicht. Noch etwas weiter dan eine wirklich schöne Bucht mit Sitzmöglichkeiten und strahlendem Sonnenschein! hier mach ich Rast und lüfte die Socken nochmal gut durch. Schön isses!!
Irgendwann gehts auch hier weiter, und ein, zwei Hügel später komme ich schon am Ziel an. Der Zeltplatz bietet alles was ich brauche, sogar nen Shop mit eis und Cola!
Dannach quatsch ich bissi mit gestrandeten Holländern und Briten. Die Holländer sind mit zu großen Rucksäcken unterwegs, und steigen ab morgen auf Gepäcktransport um, und der eine Brite hat ne riesen Blase am Fuß, der andre ist mit Hund unterwegs welcher Blasen hat, beide werden morgen Heim fahren.
Irgendwann muss ich dann mal etwas gegen den Gestank tun den ich versprühe und suche die Dusche auf, auch mein Shirt wird nochmal durchgespült (interessant wieviel Wasser man mit einem Shirt undurchsichtig machen kann), dann gehts in sauberen Sachen wieder raus.
Schön wenn man sich wieder wie ein Mensch fühlt!
Den Nachmittag quatsch ich dann noch bissi mit den Holländern und bin recht zeitig im Zelt.
Hallo du da!
Das schöne an dem Verzicht auf den Ruhetag wird sein das ich somit übermorgen nur gut eine Std laufen muss um zu der Destillery zu kommen die ich besuchen möchte, das könnte sogar klappen, das ich dann nich zu schlimm stinke für die Verkostung =D
Gruß euer Rosenduft-Bresh
PS: Zählt die Innenseite des Außenzeltes als “im” Zelt? Wenn ja dann Gabs das erste mal Sex in meinem Zelt =D