Der erste Abschnitt ist geschafft!

Tag 4, Mittwoch der 17. August
Der Tag begann heute mit einer mindestens genauso beeindruckenden Aussicht, wie am Ende des gestrigen. 
Auch wenn es zu Beginn echt kalt war! Aber ich bin einfach tiefer in meinen Schlafsack gekrochen.. dann ging es echt gut! Nur bedeutet die kalte Luft und das (relativ) warme Zelt auch viel Kondensation, mein Zelt war außen nass! Also so richtig.. Ich habe es notdürftig abgewischt und eingepackt. Dann ging es ersteinmal los, die nächste, und heute einzige Hütte, kommt bei Kilometer 6, so ca. Dort will ich richtig Frühstücken.
Auf dem Weg dorthin verschlägt mir die unglaubliche Leere hier immer wieder die Sprache und das Wetter ist auch toll!
Der Weg zieht sich ganz schön, aber bald komm ich an die Hütte, dort mach ich wieder einmal meine Socken trocken und Frühstück gibt es auch.
Nach ungefähr einer Stunde geht es dann weiter, sind noch elf Kilometer und es ist grade mal um elf.. das klingt nach einem Zeitigen Feierabend!
Wackelbrücke

Blick zurück
Auch hier beeindruckt mich die Landschaft wieder, es gibt eine Wackelbrücke (samt Video) und noch eine weitere Brücke und unglaublich viele Fliegen oder sowas in der Art.
Aber auch wenn ich ganz schön aus der Puste komme, und noch eine kleine Pause einlege, erreiche ich die STF Helags Fjällstation vor um drei! Der Helags ist der Namensgebende Berg und sein Gletscher der südlichste Schwedens.
Zeltplatz, man beachte die Wäscheleine

Ursprünglich wollte ich hier nen halben Ruhetag machen und den Helags erklimmen, aber das sieht mir zu heftig aus, ich bin kein Bergsteiger! Abgesehen davon kann ich so den verlorenen Tag vom Anfang ausgleichen, so werd ichs machen!
Ich werde also morgen direkt weitergehen, is ja fast wie nen Ruhetag wenn man um drei da ist..
Jetzt also Zelt aufbauen, mach ich direkt an der Station, kostet 100 SEK und dafür kann ich Duschen, Wäsche waschen, und saunieren wär auch drin, die Sauna spar ich mir aber der Rest wird erledigt und meinen Müll werde ich auch los. Klasse!
Nun sitze ich frisch geduscht Salami mümmelnd und Cola trinkend in der Station und warte das die Powerbank und das Handy vollgeladen sind^^
Und während ich so warte wird hier nen Buffet aufgebaut, wenn das kein Zeichen ist.. heute gibt es kein Tütenessen, und ich bin 335SEK ärmer exkl. Bier.
Achso.. irgendwann heute muss ich mein Stofftaschentuch verloren haben, Gott habe es selig, oder schenke ihm einen Finder!
Grüße euer zufriedener Bresh

Nachtrag:
Das Buffet, war Elchscheiben mit Grillkartoffeln und Pilzsahnesoße, als Nachtisch gabs schwere Schokoküchlein. Alles in allem sehr Lecker, auch wenn ein 0,33er Bier mal eben 85 SEK kostet (ca 9€)^^

Puh!

Tag 5, Donnerstag der 18. August
Mh ob das irgendwann mal was wird mit dem durchschlafen? Auch diese Nacht bin ich wieder mehrmals wach geworden.. mal isses zu warm, mal zu kalt, und mal hab ich was gehört. Schlimm sowas! Wobei, bei über 15°C Temperaturschwankung im Zelt isses auch schwer nen Optimum zu finden.
Naja.. is also Zeit zum aufstehen, und das tu ich auch, erstmal Cappucino reingeschüttet, und dann in den Beautysalon, Morgenhygiene mal nicht an nem See!
Dann gibts noch ne Große Gaskartusche in der Station für mich, und schon kann ich mein Lager abbrechen. Hier und da wird noch bissi Zeit vertrödelt, und gegen neun gehts los, vorerst in allen Sachen die ich habe, so kühl und windig isses, sogar die Handschuhe zieh ich an!
frisch isses
Geht erstmal gut bergan, über nen Rentierzaun, zum höchsten Punkt des Kungsleden, gibt aber kein Schild oder sowas, also raus aus dem frischen Wind.
Vor mir öffnet sich auch schon ein weites welliges Tal, mit herrlichen Fernsichten, die Wolken ziehen auch ein wenig höher so das, bis auf die Berge, alles gut zu sehen ist, die Sicht reicht je nach Gelände bis zu 20km und mehr und nirgends ein Zeichen von menschlicher Einwirkung bis auf den Pfad vor mir.

das Wetter bessert sich
Ich bleibe sehr oft stehen zum Fotografieren, durchwate 2 Flüsschen und dann kommt der Anstieg zur STF Fälltjägarstugan, die Stugans sind die kleinen Geschwister der Fjällstationen, meist nur 2 oder 3 Gebäude (inkl. Klohaus) und ein Stugvärd wohnt da, es wechseln sich Freiwillige immer für ein paar Wochen ab. Die aktuelle Stugvärden heist Kristina, und kommt aus der Region, und empfängt mich direkt mit einer kostenlosen Limonade, super Service in dieser einsamen Landschaft!
Wir unterhalten uns 20 Minuten, dann probier ich die Plumpsklos aus und koche anschließend Wasser für Asianudeln, irgendwie kann ich kein Müsli sehen.. ich weiß auch nicht wieso! 
hier gabs Mittag
Naja zu den Nudeln hab ich mir ne Dose Cola gegönnt! Dann verarzte ich meine erste kleine Blase an der Zehenspitze der linken Zeigezehe. Ich verstehs nicht.. kaum sind die Schuhe trocken bekomme ich ne Blase, und das an ner Stelle wo wahrscheinlich noch nie ein Mensch ne Blase bekommen hat..
Aber egal weiter gehts. nach nichteinmal einem Kilometer seh ich meine ersten Elche! 2 Stück, ein Männlein und ein Weiblein, der Wind steht günstig, sie können mich nicht wittern, schauen aber in meine Richtung. Also schnell das Tele auf die Kamera, und ab damit, das hätte ich im Kasten.
två Älk
Sowie ich weiterlaufe, rennen die Elche weg. Na da hab ich aber Glück gehabt!
Bald steht die Durchwatung des Mittån an, wo ich länger nach einer geeigneten Stelle suchen muss, aber auch hier brauch ich nur Stöcker und kann die Schuhe an lassen, bisher hat ich auch bei den Wasserständen Glück das ich immer mit Stiefeln auf Steinen über Flüsse und Bäche komme, wenn es keine Brücke gibt.
Bis zur nächsten Hütte ist es nun auch nicht mehr weit, und kaum angekommen empfängt mich ein junges Pärchen aus Östersund, ich mach meine obligatorische Fußlüftepause (einmal pro Std, Socken lüften!) und entscheide das nach 20 Kilometern noch nicht Schluss ist, ich will heute noch zum Ljusnan absteigen, im Tal wird es weniger windig sein, und dort sind super Plätze für die Zelte laut Kristina.
Abgesehen davon soll das Wetter morgen weniger gut werden, und jeder Kilometer den ich da heute mache, spar ich mir morgen 😉
In den folgenden 1,5 Stunden fliege ich förmlich 6 Kilometer Strecke und 300 Höhenmeter weiter, auch vorbei an einem hübschen Wasserfall.
wo es dort bloß hingeht?

das sieht man hier^^
Und dann ist es geschafft, An der Brücke über den Ljusnan, ist die Rasthütte Klinken, mit ner netten Wiese davor!
Mein bisher bester Zeltplatz.
Noch bevor das Zelt steht gehts zum Fluss, erfrischen, dann Abendbrot.
Heute gefriergetrocknete Kost, nach 26 Kilometern hab ich mir mein Rindfleisch Stroganoff mit Reis wirklich verdient!

Bis morgen, euer Bresh, der jetzt 99 Kilometer aufm Tacho hat!

Wieviel Wasser passt in einen Stiefel?

Tag 6, Freitag der 19. August
Die Wiese an der Ljusnanbrücke war wirklich schön zum zelten, aber auch hier hab ich nicht durchgeschlafen.. Ich weiß noch nicht woran es liegt, aber ich hab ja noch ne weile Zeit das rauszufinden 😉 Zumindest wars nie Unter 10 Grad wenn ich wach war^^
Naja irgendwann wars aber Zeit zum aufstehen, und das hab ich dann auch getan. Dann hab ich erstmal mein ganzes Geraffel in die Windschutz Hütte gestapelt, und wieder lecker Kekse mit Cappucino gefrühstückt, nebenbei hab ich alles gepackt, so dass ich halb neun los kam. Soll ja nicht so dolle werden das Wetter heute, zum glück sinds auch nur 16 Kilometer. Dann mal los, es ist schon ziemlich bedeckt!
Erst muss ich wieder raus aus dem Tal, also heißt es Höhe machen.. und kaum bin ich über der Baumgrenze beginnt es zu Regnen.. nicht doll aber der Pfad ist jetzt Nass und die Sicht bei teilweise nur noch knapp über 50 m (soweit stehen die Winterwegmarkierungen auseinander).
Immerhin funktioniert der Poncho wirklich gut, er wird zwar klamm an der Innenseite, aber man kann gut laufen ohne viel mehr zu schwitzen als wenn man keinen Regenschutz hätte.
Je länger der Regen dauert umso mehr wandelt sich der Pfad in einen Bach, toll.. Die Schuhe sind nun wieder wirklich nass!
Durch dieses Paradies, welches jedes Wandererherz zum stehen bleiben veranlasst, öhm, höher schlagen lässt wollt ich schreiben, laufe ich noch ne ganze Weile weiter. Bei ungefähr der Hälfte des heutigen Weges kommt die Långebrostugan, die aber nur eine unbewirtschaftete Schutzhütte ist, die echte Stugan, bzw deren Ruine steht unweit der Brücke, warum sie aufgegeben wurde kann ich nicht erkennen, abgebrannt scheint sie aber nich zu sein.
Also erst mal rein in die Schutzhütte alles Nasse aufgehangen, und den Gaskocher an für ne Nudelsuppe, und warmen Tee!
Wirklich trocken wird hier drinnen nix, und besser wird das Wetter auch nur bedingt (die Sicht ist wieder recht gut), doch je eher ich ankomme, desto besser, außerdem hats hier nicht mal Handyempfang!
Mitterweile besteht der Pfad aus zwei Sorten von Untergrund, entweder es sind Nasse schmierige Steine (gut) oder nasser schmieriger Schlamm (nicht so gut) der manchmal relativ tief ist (schlecht).
Ich kämpf mich also weiter durchs Fjäll, und zwinge mich ab und an stehen zu bleiben um die Landschaft zu genießen, auch wenns regnet ist die Gegend beeindruckend!
So beginne ich mir zwar Sorgen zu machen was meine Füße zu nem Stundenlangen Dauerbad sagen, aber schlechte Laune kommt nicht auf.
Ich fasse allerdings den Entschluss heute in Fjällnas nicht zu Zelten, sondern mir nen Appartment zu nehmen, is zwar recht teuer alleine, aber anders bekomm ich mein Zeug nie trocken.
der Regen lässt nach
Dann irgendwann hört der Regen tatsächlich auf und die die Sonne lässt sich sogar mal blicken, dann geht es runter nach Fjällnas, ein schönes Örtchen ist das, und wohl sehr beliebt bei Anglern und Wohnmobilisten wie ich schnell merke. (John, das wäre was für dich und deinen Vater hier)
An dem Campingplatz wo ich hin will is keiner da, aber man solle anrufen, gesagt getan, mir wird gesagt wo ich das Geld verstecken soll und wo ich den Schlüssel zum Appartment finde.
Sowas würde es in Deutschlad nicht geben^^
Dann treff ich noch ein nettes Berliner Ehepaar welches mit dem Wohnmobil unterwegs ist, ich spiele für sie den Dolmetscher, und sie borgen mir Schuhtrocker aus DDR-Beständen hab ich noch nie gesehen sowas, is wie nen kleiner Heizstab (wird nur handwarm) den man in den Schuh steckt, scheint zu funktionieren!
Da sitz ich nun in meinem Luxusapartment mit TV und free Wifi, Blick auf den See und genieße den zeitigen Feierabend.. da is auch noch Zeit für nen lustigen Film (ich versteh kein Wort, errinnert mich aber bissi an die Jay und silent Bob Filme) und Wäsche waschen.
Sogar ne Couch!
Also dann bis zum nächsten Mal!
Bresh

Eine neue Landschaft

Tag 7, Sonnabend der 20. August
Auch im Bett im Luxusappartment gibts kein durchschlafen, naja ist auch nicht so wichtig, Hauptsache ich fühl mich erholt!
Der Trockenschrank (den ich anfangs für ne Gefrierschrank hielt^^) und die Schuhtrocker der beiden Berliner haben bewirkt das all mein Kram trocken ist, super Sache!
Herberge von auen
Heut steht eine 30 Km Etappe an, also gibts zum Frühstück 600 kcal Rührei von Trek’n Eat, ich finde man schmeckt jede Kalorie =D
so gestärkt entscheide ich auf die dritte Dusche zu verzichten und starte schon vor um acht.
Zuerst gehts am See entlang und dann an der Straße bis zu einem unscheinbaren Abzweig, über eine kleine Brücke einen Wanderpfad rauf. Das dichte Gestrüpp ist noch nass, aber es läuft sich gut.
Wenig später trifft man auf eine Schotterpiste der man bis zu einem Wanderparkplatz auf dem Sattel folgt. Nun gehts über rauf Blockfelder rauf ins Vättafjället, da ist es recht windig, kein Wunder so ausgesetzt wie die Landschaft hier ist.
Wichtiger Hinweis

Weite Sichten!
Anschließend komme ich in das Rogen Naturschutzgebiet, ich kann schon von oben sehen das mich die nächsten Tage eher Wald erwartet als Fernsichten. Nach einer kurzen Rast mache ich mich an den Abstieg, was zuerst bisschen Verblockt anfängt, wird die Pure Hölle, besonders die letzten hundert Höhenmeter zur Broktjärnskojan verlangen vollste Konzentration, in manche der Spalten hier würde ich komplett reinpassen!
Aber auch das ist bald geschafft, an der Hütte, die nicht zum STF gehört und einer Samenkote nachempfunden ist, gibts erstmal Pause, hier schmeckt sogar das Müsli =D
heutiger Rastplatz
nach einer Weile kommt ein deutsches Wanderpärchen, die alle paar Jahre in der Region hier wandern, und wir reden ein wenig.
Dann will ich weiter es sind noch 10 km bis zu Skedbrostugan, falls ichs schaffe, hab ich morgen weniger Strecke bis zur Rogenhütte, und dann endlich nen Ruhetag!
der Weg ist weiterhin sehr steinig bis verblockt, und geht schön immer auf und ab, ich verschätze mich bissi mit der Rast, und pausiere viel zu Spät, dafür gibts hier Blaubeeren!
Nach nur 10 Minuten gehts weiter, nach ca 3 Std bin ich völlig fertig an der Skedbrostugan angekommen, ich baue das Zelt auf und lege mich erstmal hin. Da beginnt es zu Regnen, perfektes Timing würd ich sagen!
inkl. Regenbogen!
Dann noch Essen kochen und viel mehr passiert hier heute nicht mehr.
Der Empfang ist hier sehr schlecht, es kann sein das erst aus Grövelsjön wieder Nachricht kommt!
Fotos bekomm ich hier auch nicht hochgeladen.
Grüße Bresh

ein neuer Tag

Tag 8, Sonntag der 21. August
Als ich wach werde höre ich den Regen auf das Zelt prasseln, na der Tag fängt ja gut an, über eine Stunde höre ich mir den Spaß an und überlege auch schon den Ruhetag einen Tag vorzuverlegen, und das Wetter hier abzuwarten, aber dann hört der Regen auf.
Ich entscheide, mir das Wetter bis um 10 anzusehen, um dann aufzubrechen oder nicht.
Als es soweit ist hat es nicht mehr geregnet und es beginnt etwas freundlicher auszusehen. Okay dann mal los!
Im losgehen gibt mir die Hüttenwärtin noch einen BH mit den wohl eine Schwedin liegen gelassen hat, ihre Gruppe ist auch Richtung Rogenstugan unterwegs.
Die ersten 2 Kilometer gehts über schwierigstes Blockfeld, dass sogar noch glitschig feucht ist.
Aber ich hab Zeit, und nehme sie mir auch. Allerdings verhindert das nicht meinen Sturz (in Zeitlupe), auf einem Stein gerate ich ins rutschen und ich kann den Schwung des Rucksackes nicht ausgleichen, ich gleite also mit Knie und Handgelenk unsanft auf die Steine.
Puh Glück gehabt, nix passiert! Hier würde ich mir nicht gerne die Haxen brechen^^
Dann wird der Weg wieder besser, auch wenn ich nochmal nen Schauer abbekomme läufts jetzt recht gut. Nach einer kleinen Pause und weiterer Strecke (südl. des Bustvålen)  

erreiche ich schließlich ziemlich knülle den Windschutz an der Rödviken-Bucht. Hier sitzen schon ein Belgier und ein Engländer (verschwägert) die mit den Söhnen des Engländers eine Kanutour im Rogengebiet machen, die Söhne sind grad angeln und kommen 10 Minuten später herzu.
Sie waren nicht besonders erfolgreich, also gibts erstmal englischen Tee mit Milch, ich werde eingeladen, und sage nicht nein;)
Einer der beiden Söhne beeindruckt mich mit seiner “Abenteurer-Ausstrahlung” mittellanges Blondes Haar, 14 Tage-Bart und Blaue Augen, dazu dieser verwegene Blick.. So stell ich mir Abenteurer vor =D
Leider kam ich mir zu dämlich vor nen Bild zu machen^^
Als ich dann los bin gab er mir noch ne Ration Pemikan mit, danke!
Kurz nach dem Start in die zweite Hälfte traf ich noch eine Hamburger Pfandfindergruppe die einmal um den Rogen wollen, na dann viel Spaß!
Der weitere Weg war dann sehr angenehm, ab und an etwas sehr feucht, aber alles in allem gut zu wandern. Ich hab mich auf der Karte bissi vertan, und so kommt meine Fußlüftepause erst kurz vor Schluss, aber lieber Spät als nie! Außerdem treffe ich so noch eine Holländerin, die ob der größe der hießigen Ameisenhügel ziemlich angetan ist, und unterhalte mich mit ihr ein wenig.

Dann gehts weiter und noch vor um sechs bin ich an der Rogenstugan, das Wetter ist toll, ich fühl mich gut, und der BH wechselt den Besitzer.
Diese BH Story sorgt übrigens noch für einige Lacher^^
Weiterhin treff ich noch eine Gruppe Deutsche die in die andere Richtung unterwegs ist und einen Deutschen der Freitag vor mir in Storlien losgelaufen ist, und bis Grövelsjön gehen will. Beim Abendbrot komme ich also sehr ausführlich dazu Deutsch zu sprechen, ich hab die Tage schon angefangen auf englisch zu denken^^
Und als ich abends dann in die Sauna gehe is diese voller Österreicher =D
Die beiden Damen und fünf Herren nehmen mich freundlich in ihre Mitte und es wird ein lustiger Ausklang des Tages.
Zum Feierabend gibts dann noch ein Bier zum Sonnenuntergang und dann gehts gut gelaunt zu Sack!

Gruß euer Bresh

Pause!

Tag 9, Montag der 22. August
Heute war ein echt fauler Tag, ich hab mich nahezu nicht bewegt =D
Bissi hab ich ich mit Helena unterhalten (der Schwedin mit der BH Geschichte), dann hab ich Holz gehackt für die Sauna, und dabei den Hackeklotz kaputt gemacht.. und in der Sauna war ich drei mal!
Bei bestem Wetter hab ich mich auch Nachmittags in den See getraut!
Ansonsten war nichts weiter^^
Gruß Bresh

Über Block und Stein

Tag 10, Dienstag der 23. August
Die Schweden um Helena machen sich heut morgen lustig über mich, das ich sie bestimmt einholen werde, so schnell wie ich angeblich bin, und machen los. Naja ich bin grad erst aus dem Zelt gekrochen und mach erstmal Frühstück. Die Schweden wollen nur bis zur Storrödjärnhütte, 15 km.. nie und nimmer hole ich die ein!
Immerhin komme ich erst 1,5 Std nach ihnen, gegen 9 uhr, los.
Der erste Kilometer ist sehr schön zu wandern, dann beginnen wieder die Blockfelder, nach einem beschwerlichen Aufstieg komme ich auf die Tandsjövålen Hochebebe mit schönem Blick zurück auf den Rogen, 
Die rote Farbe markiert den Weg

Rückblick
über Block und Stein gehts dann ins nächste Tal, da is kurz Pause und dann gehts hoch zur Storrödjärnhütte. und Tatsächlich hole ich Helenas Gruppe 10 Minuten vor der Hütte ein =D
Die Schweden bleiben heute hier, und für mich gibts ne Coke, und ich unterhalte mich wieder etwas mit Helena, ich sehe ihrem Bruder sehr ähnlich stellen wir fest. Und nachdem wir uns zum Abendbrot in Grövelsjön verabredet haben (Die Schweden gehen nur bis dahin), ziehe ich weiter.
Storrödjärnhütte
Ich will mindestens bis zur Schutzhütte am Slagusjön! Dort angekommen isses mir zu windig zum Zelten, also stärke ich mich nochmal mit Asianudeln und mach mich an den Abstieg. Das bedeutet das ich heute die Blockfelder verlasse! Jeah!
Schutzhütte am Slagusjön

Der Weg wird dann auch wirklich schön und endet für mich heute an ner Windschutzhütte am Hävlingen, im Wald schlag ich mein Zelt auf und genieße die Stille.
Morgen dann nur ca 12 km für mich, ohne Blockfelder! Also fast nen Ruhetag!
Grüße Bresh

Halbzeit

Tag 11, Mittwoch der 24. August
Es ist vollbracht, ich bin in Grövelsjön an der Bergstation angekommen.
Doch ersteinmal zu meinem Wandertag.. Nach dem etwas längeren Tag gestern erwartet mich heut nicht so viel Strecke, also schlaf ich tatsächlich mal bis acht! und lass mir auch dann noch Zeit, heute starte ich erst um 10, mein spätester Tag bisher!
Später, früher Vogel ohne Wurm
Zuerst startet der Weg recht idyllisch durch einen Wald,
 um dann steinig zu werden, und was seh ich da? Schon wieder Blockfelder.. hört das denn niemals auf?
Deutlich vernehmbar fluchend quere ich diese, und geh rauf auf die Långfjället Hochfläche, hier ist es ganz schön windig so das ich mit meiner Pause bis zur Särsjöbäcken Schutzhütte warte.
Hier treff ich nen Berlinen und einen Dresdner im Bielefelder (?) Exil, sie kommen von Sälen, und wollen nach Storlien, wissen aber noch nicht ob sies Zeitlich schaffen. Wir reden also ein wenig darüber was uns auf unsrem jeweiligen Weg noch erwartet, dann trennen sich unsre Wege wieder.
Kurze Zeit später treffe ich an der Bergstation ein und genehmige mir mal keine Coke sondern ein Eis!
Nachdem ich etwas verschnauft habe beziehe ich Stellung auf dem Campingbereich und schau mich anschließend etwas um.
Der Shop ist echt gut sortiert und ich werde schon was schönes für mich finden 😉 Aber zuerst duschen und Wäsche waschen, was ein echtes Vergnügen ist, ne warme Dusche! Die letzte is bald ne Woche her^^
Und die bereit stehende Waage sagt mir, wenn sie nicht grundlegend anders funktioniert als die in Ostritz, das mir bereits 8 Kilo fehlen.. deswegen läufts sich so gut =D ich find aber nicht das man das sieht^^
Also auf zum all you can eat buffet! da muss wieder was drauf auf die Rippen!
Und wie es sich für einen echten Wanderer gehört.. in Schlafsachen.. der rest ist ja am Trocknen nach dem Waschen.
Dann Trink ich noch nen Bier mit René (den anderen Kungsledenwanderer den ich am Rogen getroffen habe) auf der Veranda und wir reden noch ein wenig, bevor er dann übermorgen nach Hause fährt.
Rechts von mir René und links Helena
Das war alles im allen ein schöner Tag heute!
Zufriedene Grüße Bresh

Extra Kilometer

Tag 12, Donnerstag der 25. August
Soo Tag 1 der der südlichen Hälfte ist geschafft, hinter mir liegen nicht wie geplant 19 km sondern ~25, doch dazu später mehr.
Wundert euch auch bitte nicht das ich vorerst keine Bilder posten werde, aber ich komme bis zum Ende des Weges an keiner Steckdose mehr vorbei und möchte den Handyakku schonen, also keine Bilder übertragen und kompriemieren, geschweige denn hochladen.
Da ich gestern zu faul für den Einkauf in dem Shop der Bergstation war musst ich heute warten bis er aufmacht.. egal, dann rein Schuhwachs und Schoki für morgen geholt und los gehts noch vor 9! Heute wird ein etwas längerer Tag, der Wetterbericht sagt für morgen Regen vorraus, und da hab ich eigentlich ne 30 km Etappe geplant. Also schau ich das ich heute Extrastrecke mache um mir morgen den Tag zu verkürzen.
Zuerst gehts an der Straße an den Grövelsjön (See) und dort über einer Hängebrücke weiter dem Weg folgend nach oben, nochmal kurz über die Baumgrenze und dann weiter durch einen mystischen Wald, sehr eigenartige Stimmung in so nem richtigen Urwald..
Fast trete ich auf eine kleine Schlange, aber sie rettet sich gerade noch vor meinen Stiefeln, aber meiner Kamera kann sie nicht entfliehn!
Weiter gehts zu einer alten Sennerei, deren Hof bewohnt ist, und die Rasthütte dort fällt sehr üppig aus, einer meiner schönsten Rastplätze bisher!
Beim weitergehen folgen mir 2 Pferde noch eine weile bis sie schließlich einsehen müssen das es nix zu holen gibt bei mir.
Weiter durch Steiniges Gebiet auf und ab gelange ich dann schließlich wieder durch Wald und Sumpf, auf einen Forstweg, an der Windschutzhütte wollte ich eigentlich Rasten, aber da steht nen Rentier drinnen, Frechheit!
Frecher ist allerdings das es abhaut bevor ich nen Foto hab, sehr Schade, das sah zu drollig aus!
dann Folge ich nur noch der Forststraße, sehe ein Paar aus Holland (nat. mit Camper), sie verraten mir das es 37°C in der Sonne sind, deswegen schwitz ich so..(garnicht gut für den Wolf)
aber gegen 3 bin ich an meinem ursprünglichen Ziel, der Rasthütte Guttudålskojan. Hier mache ich ausgiebig Rast und kühle mich und den Wolf im Flussarm, dann Treffe ich noch zwei Deutsche die hier Fischen sind, kurz nachdem sie weiter sind, ziehe ich auch weiter, ich folge noch knapp 1,5 Stunden der Straße bis zur Querung des Stupån (Fluss), dann schmerzen Füße und Wolf genug um mich zum Zeltaufbau zu bewegen.
Gesagt getan, nochmal kurz rein ins Wasser und dann husch ins Zelt!
Abendbrot ess ich auch bald, und dann heists ab in Sack rein!
Gruß René

Hüttenzauber

Tag 13, Freitag der 26. August
Nachdem ich gestern bissi weiter gelaufen bin als ursprünglich geplant, ist der Weg heute kürzer. Allerdings immernoch über 20 Kilometer lang, und ab dem Vormittag solls erst leicht regnen und dann Nachmittags schütten, das will ich mir ersparen, also dreh ich mich halb sechs nicht nochmal um sondern steh auf und pack alles zusammen!
Mit nem Riegel im Mund ziehe ich los, das Wasser sagt mir hier nicht zu also Frühstücke ich am nächsten Windschutz, dieser ist flott erreicht.
Dort sieht das Wasser gut aus, und es hat sogar Picknicktische und Bänke.. Also erstmal Pause und Frühstück.
Da ich gestern mein Handy nicht weiter anhatte, erlaube ich mir sogar noch mal einen Blick drauf, ich kann so nochmal den Wetterbericht checken und der sagt das es bis kurz nach dem Mittag weitestgehend trocken bleiben soll, es dann aber Gewittern wird.
Na super!
Ich nehme mir also vor heute nicht viel Zeit zu verplämpern um so schnell sie möglich am Ziel, der Busjön Hütte zu sein.
die erste Hälfte des Tages führt fast nur über Forststraßen, nur mal kurz durch den Wald für eine Abkürzung.
Dort kann ich einen majestätischen Rentier-Hirsch fotografieren!
Dann nehm ich den direkten Weg in den Ort Flötningen, bzw zum örtlichen Supermarkt, dieser führt wirklich direkt über eine Müllhalde.. sehr seltsam nach Wochen in der Natur durch einen Haufen Müll zu gehen.
Dann bin ich in dem Supermarkt und kann den unerträglich leichten Rucksack endlich wieder füllen!
Gibt alles was das Wandererherz begehrt, und relativ günstig.
Ich bin übrigens eine halbe Stunde nach Öffnung da, die machen erst um 10 auf hier^^
Danach gehts weiter auf Straßen bis zur einer kleinen Sitzgruppe am Abzweig auf den Sommerweg. Hier vertilge ich meinen frisch gekauften  Apfel und mach dann weiter, der Restliche Pfad ist sehr Sumpfig und weitestgehend ohne Bohlenstiege, ich sinke mehrfach wirklich nett ein und habe bald wieder richtig nasse Schuhe, da hilft auch kein Lederfett wenns von oben reinläuft^^
Als es dann noch anfängt zu regnen, fang ich an zu fluchen und seh zu das ich weiterkomme..
Die letzte Stunde ist dann nass von oben und unten, auch wenn die total verrotteten Bohlenwege hier erneuert sind.
Aber dann erreich ich schon das Ziel für heute, die Hütte am Busjön. Schön mit Ofen und viel Platz!
Ich hüpf erstmal raus aus den nassen Sachen in meine Abendgarderobe, und schmeiß den Ofen an. Bald ist es schön warm und ich kann in einer sicheren Hütte das heftige Wetter aussitzen, zum Glück bin ich jetzt nicht draußen!
Nach dem Gewitter ist es sehr windig und es reisst auf, heute nacht soll klar werden, wenn das nicht die perfekte gelegenheit ist um mal nach Polarlichtern ausschau zu halten, aus meiner beheizten Blockhütte im Niemalsland =D
Vielleicht werden sogar die Stiefel trocken.. wir werden sehen.
Grüße euer Wildnis-Bresh